Z4 Ideen zur Philosophie
der Welt war; die wandelnde Natur hat sie in ihrenfortaehenden Perioden nicht geschont. Muscheln undSchnecken liegen auf den Bergen; Fische und kand-idiere liegen vcrsteint in Schiefern; vcrsteinte Höl-zer und Abdrücke von Blumen, oft bevnah andert-halb tausend Fuß tief. Nicht auf dem Boden dei-ner Erde wandelst du, armer Mensch, sondern aufeinem Dach deines Hauses, das durch viele Ucbcr-schwemmungen erst zu dem werden konnte, was esdir jetzt ist. Da wachst für dich einiges Gras,einige Baume, deren Mutter dir gleichsam der Zu-fall heran schwemmte, und von denen du als eineEphemere lebst.
II.
DaS Pflanzenreich unsrer Erde in Beziehungauf die Menschengeschichte.
<^as Gewachsrcich ist eine höhere Art der Orga-nisation , als alle Gebilde der Erde, und hat einenso weiten Umfang, daß es sich sowohl in diesen ver-liert, als in mancherlei) Sprossen und Achnlichkeitendem Lhierrciche nähert. Die Pflanze hat eine ArtLeben und Lebensalter, sie hat Geschlechter und Be-fruchtung , Geburt und Tod. Die Oberfläche derErde war eher für sie, als für Thiere und Men-schen da; überall drangt sie sich diesen beyden vor,und hangt sich in Grasarten, Schimmel und Moo-