Ideen zur Philosophie
4 -
das physische Bildungsqesetz der Ucgebirgc unsrer Erde,mithin auch der Gestalt des festen Landes: so wird sichauch in ihm die Ursache zeigen, warum der Südpolkeine solche Gebirge, folglich auch keinen fünften Welt-theil haben konnte. Wenn er da Ware, müßte er nichtauch nach der jetzigen Beschaffenheit der Erdatmosphäreunbewohnt liegen, und wie die Eisschollen und dasSandwichsland den Seehunden und Pinguins zumErbeigenthum dienen?
Drittens. Da wir hier die Erde als einenSchauplatz der Menschcngeschichte betrachten: so ergibtsich aus dem, was gesagt ist, augenscheinlich, wirbesser es war, daß der Schöpfer die Bildung derBerge nicht von der Kugelbewequng abhangen ließ,sondern ein andres von uns noch uncntdecktes Gesetzfür sie fest stellte, Ware der Aequator und die gros-feste Bewegung der Erde unter ihm an der Entste-hung der Berge Urfach: so hatte sich das feste Landauch in seiner grössesten Breite unter ihm fortstrcckenund den heißen Wcltgüctcl einnehmen müssen, den jetztgrößtentbeils das Meer kühlet. Hier wäre also derMittelpunkt des menschlichen Geschlechts gewesen,gerade in der trägsten Gegend für körperliche undSeelenkräfte; wenn anders die jetzige Beschaffenheitder gestimmten Erdnatuc noch statt finden sollte.Unter dem Brand der Sonne, den heftigsten Ex-plosionen der elektrischen Materie, der Winde undallen contrastirenden Abwechselungen der Witterunghätte unser Geschlecht seine Gcburts - und erste Bil-dungsstätte nehmen, und sich sodann in die kalteSüdzonc, die dicht an den heißen Erdstrich gränzk,so wie in die nördlichen Gegenden, verbreiten müs-sen; der Vater der Welt wählte unserm Ursprung