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Zur Philosophie und Geschichte Theil 3 (1820) Ideen ; 1
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22 Ideen zu'r Philosophie

konnte, noch mochte, so war kein andres Mittel,als daß sie das ungeheuerste Vielerlei) hervor trieb,und den Menschen aus einem Stoff webte, diesgroße Vielcrley zu ertragen. Späterhin werden wireine schöne Stufenleiter finden, wie sich, nachdemdie Kunst der Organisation in einem Geschöpf zu-nimmt, auch die Fähigkeit desselben vermehret, man-cherley Zustände auszudauern, und sich nach jedemderselben zu bilde». Unter allen diesen veränderlichen,ziebbaren, empfänglichen Geschöpfen ist der Menschdas empfänglichste: die ganze Erde ist für ihn ge-macht, Er für die ganze Erde.

Lasset uns also, wenn wir über die Geschichteunsres Geschlechts philosophiren wollen, so viel mög-lich alle enge Gedankenformen, die aus der BildungEines Erdstrichs, wohl gar nur Einer Schule ge-nommen sind, vcrlauqnen. Nicht was der MenschHey uns ist, oder gar was er nach den Begriffenirgend eines Träumers seyn soll, sondern was erüberall auf der Erde und doch zugleich in jeglichemStrich besonders ist, d. i. wozu ihn irgend nur diereiche Mannigfaltigkeit der Zufälle in den Händender Natur bilden konnte; das lasset uns auch alsAbsicht der Natur betrachten. Wir wollen keineLieblinqsgestalt, keine Lieblingsgcgend für ihn suchenund finden; wo er ist, ist er der Herr und Dienerder Natur, ihr liebstes Kind und vielleicht zugleichihr aufs härteste gehaltner Sklave. Vortheile undNachlheile, Krankheiten und Uebel, so wie neueArten des Genusses, der Fülle, des Segens erwar-ten überall seiner, und nachdem die Würfel dieserUmstande und Beschaffenheiten fallen, nachdem wirder werden.