der Geschichte der Menschheit. trr
und die größeste Mannigfaltigkeit an ein zwanglosesEinerley zu knüpfen, liegt eben der Apfel derSchönheit.
Ein sanftes Gewicht knüpfte die Natur an un-fern Fuß, um uns Liese Einheit und Stetigkeit zugeben; cs heißt in der Körperwelt Schwere, in derGeisterwelt Trägheit. Wie alles zum Mittelpunktdrangt, und nichts von der Erde hinweg kann, ohnedaß es je von unserm Willen abhange: ob wirdarauf leben und sterben wollen? so ziehet die Na-tur auch unfern Geist von Kindheit auf mit starkenFesseln, jeden an sein Eigcnthum, d. ü an feineErde; (denn was hatten wir endlich anders zumEigcnthum als diese?) Jeder liebet sein Land, seineSitten, seine Sprache, sein Weib, seine Kinder,nicht weil sie die besten auf der Welt, sondern weilsic die bewahrten Seiniqen sind, und er in ihnen sichund seine Mühe selbst liebet. So gewöhnet sich je-der auch an die schlechteste Speise, an die härtesteLebensart, an die roheste Sitte des rauhesten Klima,und findet zuletzt in ihm Behaglichkeit und Ruhe.Selbst die Zugvögel nisten, wo sie geboren sind, unddas schlechteste rauheste Vaterland hat oft für denMenschenstamm, der sich daran gewöhnte, die ste-hendsten Fesseln.
Fragen wir also: wo ist das Vaterland derMenschen? wo ist der Mittelpunkt der Erde? sowird überall die Antwort scpn können: hier, wo dustehest! es sey nahe dem beeisten Pol oder geradeunter der brennenden Mittagssonne. Ueberall, woMenschen leben können, leben Menschen, und sic kön-nen fast überall leben. Da die große Mutter aufunsrer Erde kein ewiges Einerley hervor bringen