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20 Ideen zur Philosophie
frühesten Selbstbildung erfaßt hat, und mich zuerstauf das weite Meer freyer Begriffe führte. Sie istmir auch so lang heilig, als ich diesen alles um-wölbendcn Himmel über- und diese alles fassendesich selbst umkreisende Erde unter mir sehe.
Unbegreiflich ist's., wie Menschen so lange denSchatten ihrer Erde im Monde sehen konnten, ohnezugleich cs tief zu fühlen, daß alles auf ihr Um-kreis, Rad und Veränderung ftp. Wer, der dieseFigur je beherzigt hatte, wäre hingcgangen, dieganze Welt zu Einem Wortglaubcn in Philosophieund Religion zu bekehren, oder sic dafür mit dum-pfem, aber heiligem Eifer zu morden ? Alles ist aufunsrer Erde Abwechselung einer Kugel; kein Punktdem andern gleich, kein Hemisphär dem anderngleich, Lst und West so sehr einander entgegen alsNord und Süd. Es ist eingeschränkt, diese Abwech-selung blos der Breite nach berechnen zu wollen, etwaweil die Länge weniger ins Auge fällt, und nacheinem alten Ptolemäischen Fachwerk von Klünatenauch die Menfchengeschichte zu theilcn. Den Altenwar die Erde minder bekannt; jetzt kann sie uns zuallgemeiner Uebersicht und Schatzung mehr bekanntseyn, als allein durch nörd - und südliche Grade.
Alles ist auf der Erde Veränderung; hier giltkein Einschnitt, keine nothdürstige Abtheilung einesGlobus oder einer Charte. Wie sich die Kugel dreht,drehen sich auch auf ihr die Köpfe wie die Klimaten;Sitten und Religionen wie die Herzen und Kleider.Es ist eine unsägliche Weisheit darin, nicht daßalles so vielfach, sondern daß auf der runden Erdealles noch so ziemlich unison geschaffen und gestimmtist. Zn diesem Gesetz.- viel mit Einem zu thun