Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 3 (1820) Ideen ; 1
Entstehung
Seite
5
Einzelbild herunterladen
 

der Geschichte der Menschheit.

5

diese Sonne mit tausend andern um ihren Mittel-punkt und vielleicht mehrere solche Sonncn-Systcmein zerstreuten Raumen des Himmels ihre Bahnenvollenden, bis endlich die Einbildungskraft so wohlals der Verstand in diesem Meer der Unermeßlich-keit und ewigen Große sich verliert, und nirgendAusgang und Ende sinder. Allein das bloße Erstau-nen, das uns veruichkigt, ist wohl kaum die edelsteund bleibendste Wirkung. Der in sich selbst überallallgenugsamen Natur ist das Staubkorn so wcrth,als ein unermeßliches Ganze. Sie bestimmte Punktedes Raumes und des Daseyns, wo Welte» sichbilde» sollte» , und in jedem dieser Punkte ist siemit ihrer unzertrennlichen Fülle von Macht, Weis-heit und Güte so ganz, als ob keine andere Punkteder Bildung, keine andere Weltatvmen waren.Wenn ich also das große Himmelsbuch aufschlage,und diesen unermeßlichen Pallast, den allein undüberall nur die Gottbeit zu erfüllen vermag, vormir sehe: so schließe ich, so ungetheilt als ich kan»,vom Ganzen aufs Einzelne, vom Einzelnen aufsGanze. Es war nur Eine Kraft, die die^ glM-zende Sonne schuf, und mein Staubkorn an ihrerhalt; nur Eine Kraft, die eine Milchstraße vonSonnen sich vielleicht um den Sirius bewegen lasst,und die in Gesetzen der Schwere auf meinem Erd-körper wirket. Da ich nun sehe, daß der Raum,den diese Erde in unserem Sonnentempel ciunimmt,die Stelle, die sic mir ihrem Umlauf bezeichnet,ihre Größe, ihre Masse, nebst allem, was davonabhaugt, durch Gesetze bestimmt ist, die im Uner-meßlichen wirken: so werde ich, wenn ich nicht ge-gen das Unendliche rasen will, nicht nur auf dieser