XII
Vorrede.
Fuß eines Stärker», der unförmticherweise selbstAmeise ist, Tausende zertritt, Tausende in ihrenklein-großen Unternehmungen zernichtet, ja, woendlich die zwey grbßesten Tyrannen der Erde,der Zufall und die Zeit, den ganzen Haufen ohneSpur fortführen und den leeren Platz einer an-dern fleißigen Zunft überlassen, die auch so fort;geführt werden wird, ohne daß eine Spur bleibe.— Der stolze Mensch wehrt sich, sein Geschlechtals eine solche Brut der Erde und als einenRaub der alles zerstörenden Verwesung zu be-trachten; und dennoch dringen Geschichte undErfahrung ihm nicht dieses Bild auf? Was istdenn Ganzes auf der Erde vollführt? was istauf ihr Ganzes? Sind also die Zeiten nichtgeordnet, wie die Räume geordnet sind? undbeyde sind ja die Zwillinge eines Schicksals.Jene sind voll Weisheit: diese voll scheinbarerUnordnung; und doch ist offenbar der Menschdazu geschaffen, daß er Ordnung suchen, daß ereinen Fleck der Zeiten übersehen, daß die Nach-welt auf die Vergangenheit bauen soll: denndazu hat er Erinnerung und Gcdächtniß. Undmacht nun nicht eben dieses Bauen der Zeitenaufeinander das Ganze unsers Geschlechts zumunförmlichen Riesengebäudc, wo Einer abträgt,was der Andre anlegte, wo stehen bleibt, wasnie hätte gebaut werden sollen, und in Jahr-hunderten endlich alles ein Schutt wird, unterdem, je brüchiger er ist, die zaghaften Menschendesto zuversichtlicher wohnen?-Ich will