VIII
Vorrede:
wenn dieses Gedanken enthält, die er, wo nichterfand, (denn wie weniges laßt sich i» unsrerZeit eigentliches Neues erfinden l) so doch we-nigstens fand und sich eigen machte, ja, indenen er Jahre lang, wie im Eigenthume seinesGeistes und Herzens, lebte; ein Autor dieser Art,sage ich, gibr mit seinem Buche, es möge diesesschlecht oder gut seyn, gewissermaßen einen Theilseiner Seele dem Publikum preiß. Er offenbaretnicht nur, womit sich sein Geist in gewissen Zeit-räumen und Angelegenheiten beschäftigte, was erfür Zweifel und Auflösungen im Gange seinesLebens fand, mit denen er sich bekümmerte oderaufhalf: sondern er rechnet auch, (denn was inder Welt hätte es sonst für Ncitz, Autor zu wer-den und die Angelegenheiten seiner Brust einerwilden Menge mitzutheilcn f) er rechnet aufeinige, vielleicht wenige gleichgestimmte Seelen,denen im Labyrinthe ihrer Jahre diese oder ähn-liche Ideen wichtig wurden. Mit ihnen besprichter sich unsichtbar, und thcilt ihnen seine Empfin-dungen mit, wie er, wenn sie weiter Notgedrun-gen sind, ihre bessern Gedanken und Belehrun-gen erwartet. Dieses unsichtbare Kommerciumder Geister und Herzen ist die einzige und großcsteWvhlthat der Buchdruckerey, die sonst den schrift-stellerischen Nationen eben so viel Schaden alsNutzen gebracht hatte. Der Verfasser dachte sichin den ÄreiS derer, die wirklich ein Interessedaran finden, worüber er schrieb, und bcy denener asio ihre theilnehmenden, ihre bessern Gedan-