374 IV. Auch eine Philosophie
wenn ein durch die Welt Taumelnder, der soviel Muhe hat, nur Einen Gedanken fest zuhalten, nie eine Verwickelung fände? — Ineiner Spanne, die nichts ist, und wo doch tau-send Gedanken und Samenkörner zu-gleich streben, in einem halben Zcitmaasder Tonkunst von zwey Schlagen, wo sich abereben vielleicht die schwersten Töne zur süs-sesten Auflösung wickeln— wer bin ich, daßich urtheile, da ich eben nur den großen Saalquer durchgehe, und einen Seitenwinkel desgroßen verdeckten Gemähldes im dunkelstenSchimmer beäuge? Was Sokrates zu den Schrif-ten eines Menschen sagte, der eingeschränkt, wieer, mit ihm in Einem Maße der Kräfte,schrieb — was soll ich zu dem großen BucheGottes sagen, das über Welten und Zeitengehet! von dem ich kaum eine Letter bin, kaumdrey Lettern um mich sehe.-
Unendlich klein für den Stolz, der Allesseyn, wissen, wirken und bilden will! Un-endlich groß für die K l e i n m u t h, die sich /Nichtszu seyn getrauet — beyde nichts als einzelneWerkzeuge im Plane einer un ermeßlichenVorsehung!
Und wenn uns einst ein S t and p unk t wür-de , das Ganze nur unseres Geschlechts zu überse-hen! wohin die Kette zwischen Völkern und Erd-strichen, die sich erst so langsam zog, dann mitso vielem Geklirr Nationen durchschlang, unhendlich mit sansterm, aber str enger m Zusam-