348 I V. Auch eine Philosophie
seines Volks, zu folgen — auch das ist Schicksal.Man hat oft lange den Fadenknauel in derHand, freut sich, daran bloß einzeln rupfenzu können, um ihn nur mehr zu wirren: Eineglückliche Hand, die das Gewirre an einem Fadensanft und langsam zu entwickeln Lust hat — wieweit und eben lauft der Faden! — Geschichteder Welt! dahin dann jetzt die kleinsten und größ-ten Reiche und Vogelnester streben. —
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Alle Ereignisse unsrer Zeit sind auf großerHöhe, und streben weit hinaus — michdünkt, in beydem liegt der Ersatz dessen, daßwir fteylich als Einzelne mit wenigererKraft und Freudegefühl wirken können.Also wirklich Aufmunterung und Starke.
Du kannst, Sokrates unsrer Zeit! nichtmehr, wie Sokrates, wirken: denn dir fehlt derkleine, enge, stark regsame, zusammengedrangteSchauplatz! die Einsalt der Zeiten, Sit-ten und des N a t i o n al - CH a r akt ers! dieBestimmtheit deiner Sphäre! — Erd-bürger und nicht mehr Bürger zu Athen, fehltdir natürlich auch die Ansicht dessen, was duin Athen thun sollst: das sichere Gefühl des-sen, was du thust: die Freudenempfindungvon dem, was du ausgcrichtet habest — DeinDämon! Aber siche! wenn du wie Sokrates Han-