Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
Entstehung
Seite
329
Einzelbild herunterladen
 

der Ge sc h ichte d e r Menschheit. 32 g

im eingeschränkten Schussinne sey, hat, dünkt mich,der ganze Blick gezeigt/' Nicht mehr Samen-korn, wenns Sprößling, kein zarter Sproß-ling mehr, wennS Baum ist. Ueber dem Stammist Krone; wenn jeder Ast, jeder Zweig derselbenStamm und Wurzel seyn wollte wo bliebeder Baum? Orientaler, Griechen,-m e r waren nur Einmal in der Welt; sollte dieelektrische Kette, die das Schicksal zog, nur in Ei-nem Punkte auf Einer Stelle berühren!Wir also, wenn wir Orientaler, Griechen, Römerauf Einmal seyn wollen, sind wir zuverlässigNichts.

In Europa soll jetzt mehr Tugend seyn,als je in aller Welt gewesen?" Und warum? weilmehr Aufklärung darin ist ich glaube, daßeben deshalb weniger seyn müsse.

Was ists, wenn man auch nur die Schmeich-ler ihres Jahrhunderts fragt, was ist diese mehrereLugend Europa's, durch Aufklärung!Auf-klärung!" Wir w isse n jetzt so vielmehr, hö-ren, lesen so viel, daß wir so ruhig, gedul-dig, sanftmnthig, unthäti g sind Frey»lich freylich zwar und auch das noch;aber bey allem bleibt doch der Grund unsrer Her-zen immer so weich!" Ewige Süßler, das heißtalles ja, wir sind dort oben diedünnen, luftigenZweige, freylich bebend, und flisternd bey je-dem Winde; aber spielt doch der Sonnenstrahlso schön durch uns! stehen über Ast, Stamm undWurzel so h o ch, sehen so weit und ja