,oo HI. Tithon und Aurora.
als im Anblick der Gegenden, Lander, Verfassern?gen, Personen und Stande selbst. Wer ists, derin ein altes Schloß, in einen verjährten Ritter?saal, in ein Archiv alter Diplome und Verband?lungere, alter Waffen und Putzwerkc, in alte Rath-häuser, Kirchen, Klöster, Pallaste und Reichsstädteeintritt, und sich nicht in ein abgelebtes Jahrhun-dert versetzt fühlte? Bey einer Reise durch Deutsch-land findet man oft im Bezirk weniger Meilen alte,mittlere, junge und die jüngsten Zeiten bey einan-der; hier haucht man noch die Luft des zwölften,dort singt man Weisen des sechzehnten, zehnten,vierten Jahrhunderts; auf einmahl steigt man inCabinclte, die unter dem üppigen Herzog - Regentenangeordnet, in Gallerien, die unter Ludwig XIV.gesammelt, und endet mit Anstalten, die fürs zwan-zigste Jahrhundert ersonnen zu seyn scheinen. Sounterrichtend dies Ehtws für einen Reisenden seynmag: so verwirrend und unterdrückend müßte esfür den Bewohner seyn, wenn sich die menschlicheNatur nicht an alles gewöhnte. „Herr, er stinket„schon," sagte jene traurige Schwester, „denn er hat„schon vier Lage im Grabe gelegen." Bey manchenEinrichtungen könnte man vier Jahrhunderte sagen;und noch riechen sie ihren Brüdern und SchwesternNicht übel. Diese sind an den Duft gewöhnt, under ist ihnen nahrhaft.
Das lehrreichste Theater dieser Lebens-Epochenund Weltalter scheint mir Italien. Auf ihm kannstdu unter Aegyptern, Griechen, Römern, Etruskern,ja wenn du willst, unter Sinesen, Indiern undMa-dagascaren seyn; du kannst im einzigen Rom von