über den Ursprung der Sprache. i85
Und diese Erziehung geht durchs ganze Leben.Ein Volk, das gut spricht, das über jeden Gegen-stand bestimmt, vernünftig, klar, überzeugend, oderüberredend zu sprechen sucht, erwirbt sich eben da-mit einen großen Reichthum, einen behenden Ge-brauch seiner Gedanken.
Um aber sprechen zu lernen, muß manhören könne» und hören dürfen. VieleMenschen verstehen diese Kunst zu hören gar nicht;manchen Völkern wird sie über gewisse Gegenstände
Vortheil, vielleicht auch Ruhm erkaufen. Ja, jemehr wir unsere Gedanken mittheilen, desto mehrbesitzen wir sie; lehrend lernen wir; und, indemwir sie der Welt geben, behalten wir die Gebur-ten unsers Verstandes; sind sie stumm, so werdensie vergessen. Durch die Rede wird das Feuerder Seele angefacht; durch die Rede wird disRüstkammer des Geistes geschliffen; zur Zierde,blank geschliffen; und, zum Gebrauche, gewetzt.O welch eine Menge liegt in der Gelehrsamkeit,und in ehrwürdigen Banden, wie in ihrer Schei-de,, rief bis ans Heft versenkt, und eingero-stet, welche mit lebhaften Strahlen hatten bli-tzen, und eine durchdringende Schärfe gewinnenkönnen, wenn sie zur Rede waren geboren wor,den; wenn sie nur die halbe Beredsamkeit ihrerMutter geerbt hätten k Gleich dem wechselndenStoße kämpfender Wellen, bricht der Tausch derGedanken den gelehrten Schaum, und reinigt denträgen Sumpf des grübelnde,; Philosophen.YoungS Klagen, zweytc Nacht, nach Ebertsllsbersetzung, . S. bo. bi. erster Ausgabe.