II. Zugaben
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Ueber die
Fähigkeit zu sprechen und zu hören.
Mehrmals war es mir fremde, daß wir Deut-sche die Wichtigkeit dessen, was Sprache einerNation ist, so sehr zu verkennen scheinen. Sobald von Sprache die Rede ist, glaubt der großeHtiufe, daß man von ihr als ein Grammatikerspreche. Sie, als das Organ unsrer Vernunft undgesellschaftlichen Thatigkeit, als das Werkzeug jederEultur und Unterweisung, als das Band der Gesel-ligkeit und guten Sitten, als das achte Mobil zuBeförderung der Humanität in jeder Menschen-Classe, zu betrachten, davon sind wir weit entfernet.
Und doch lernen wir nur durch Sprachevernünftig denken, nur durch Sprache unsreVernunft und Empfindungen, unsere Gesinnungenund Erfahrungen andern mittheilen. Sprache ist dasBand der Seelen, das Werkzeug der Erziehung,das Medium unsrer besten Vergnügungen, ja allergesellschaftlichen Unterhaltung. Sie verknüpft Lei-tern mit Kindern, Stande mit Standen, den Leh-rer mit seinen Schülern, Freunde, Bürger, Ge-