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Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
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52
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I. Preisschrift

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Sprache denken? eine Frage, die sich nach-her in Anwendungen fast über alle Wissenschaftenausbreitct. Hier scy es genug: die Sprache als denwirklichen Unterscheidungs-Charakter unsrer Gat-tung von außen zu bemerken, wie es die Vernunftvon innen ist.

In mehr als Einer Sprache hat also auchWort und Vernunft, Begriff und Wort,Sprache und Ursache Einen Namen, unddiese Synonymie enthält ihren ganzen genetischenUrsprung. Bei den Morgenländern ists der ge-wöhnliche Idiotismus geworden, das Anerken-nen einer Sache Namengebung zu nennen:denn im Grunde der Seele sind beide Handlun-gen Eins. Sie nennen den Menschen das reden-de Thier, und die unvernünftigen Thicre dieStummen. Der Ausdruck ist sinnlich charakteri-stisch : auch das Griechische «^0^05 fasset beides.Es wird sonach die Sprache eine Aeußerung,ein Ausdruck und Organ des Verstan-des, ein künstlicher Sinn der mensch-lichen Seele; wie sich die Sehekraft jener sen-sitiven Seele der Alten das Auge, und der Jn-stincl der Biene seine Zelle bauet.

Vortrefflich, daß dieser neue, künstliche Sinndes Geistes gleich in seinem Ursprünge wieder einMittel der Verbindung ist, und seyn muß! Ichkann nicht den ersten menschlichen Gedanken denken,nicht das erste besonnene Urtheil reihen, ohne daßich in meiner Seele dialogire, oder zu dialogirenstrebe; der erste menschliche Gedanke bereitet alsoseinem Wesen nach, mit andern dialogiren zu kön-