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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
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411
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Lehrmeinungen und Gebräuchen. 411.

Gottes, Machtwort und Entwurf der Schöpfung,die ewiqe Regel zum Leben, zum Licht, zur Selig-keit Aller?" Warum stellet er lieber die eherneSchlange als ein Mittel der Genesung, lieber daserwürgte Lamm als das Symbol des unschuldigGctödteten dar, und laßt den bei Gott Lebenden ineiner unanschaubarcn Gestalt erscheinen? Warumwollen die Apostel den Erhöhet«» 'nicht mehr nachdem Fleisch, d. i. nach den Umstanden seines sterb-lichen Lebens, sondern als den in seiner Lehre, inseinem großmüthigen Vorbilde, in seinem WerkVerklärten, nur als Weisheit, als höchste Tu-gend und Bestrebung zur Freiheit des Geisteserkennen und verkündigen?

Wenn dem Allem zuwider eine gemeine Vor-stellungsart am körperlichen, am jüdischen Christushaftet und über ihm Lehre, Vorbild, Werk, seinenZweck und Geist vergißet und aufgiebt, 'indem sieentweder an sogenannt-unerforschlichen Geheimnisse»oder an verlebten Wundern schnitzt und deutet; istsie Christenlhum oder Antichristenthum zu nennen?so viel sie auch von Christo rede. Daß ganz undgar nicht mehr kenntlich sey, wer er war, waser wollte, überdeckt sie ihn mit dem Mantel derEhre voll orientalischer Buchstaben und Figuren.Um diese an sich fortwährend entziffern zm lassen,stehet der arm- und reichbekleidcte da. War dassein Zweck? Erfüllet ihr mit diesem ewigen Entziffern,d. i. toller und toller Deuten seine Absicht?