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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
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408
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406 - Bon Religion,

andrer scyn, als:Antichrist ist, wer dem Sinn

Christi zuwider denkt und lehrt und handelt." DieForm desselben hat sich mit jedem Zeitalter verän-dert. Also lasset uns Beispiele geben.

' Erstes Beispiel.

Wenn Christus sagt:es giebt keinen Gottanständigen äußern Cultus. Gott will, daß manihn im Geist und in der Wahrheit anbete und ihndadurch liebe, daß man als sein Kind, d. i. einfreier edler Mensch, statt Gottes auf Erden handelt

Und dagegen ein andrer sagt:allerdings giebtes einen äußern Cultus. Durch solche und keineandre Worte, Formeln, Litaneyen und Gebräuchewill Gott verehrt seyn. An ihnen hangt Gottgc-fälligkeit, Heil der Welt; sie sind die ausschlicßendeBedingung aller Seligkeit in diesem und einemewigen Daseyn;"

Wie wollen wir diese Behauptung nennen, mitder man Jahrhunderte lang entschied und schied,richtete, haßte, verfolgte? Wie anders, als Anti-christcnlhum? Ueber welche Formeln, Gebräucheund Satzungen es sich auch erstreckt habe; die Regelselbst war antichristisch.

Zweites Beispiel.

Wenn Christus wahre Religion einzig darinsetzt, daß jeder aus eignem Erkenntniß mit innererLust und Freude seine Pflicht thue, dazu keine äußernTreiber bedürfe, weil er nicht etwa nur die scharfeRegel des Rechts und Unrechts, sondern den inner»