Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
Seite
342
Einzelbild herunterladen
 

342

Von Religion,

2r.

Es geschähe dieses Dünkels hier keine Erwäh-nung, wenn man nicht darauf, auch in Deutsch-land, ein Vcrdammungs-Urtheil der sogenanntenPrivate ommunion hatte gründen wollen, daßsie unzuläßig sey, weil man nicht öffentlich alsBekenner paradire. Stolzer Bekenner, dazutrittst du vor den Altar? und richtest deinen Bru-der , der vor Gott und vor seinem Gewissen mitden Seimgen dasteht? Sagte nicht Christus; ,,woZwei oder Drei versammlet sind, bin ich unterihnen?" und giebt es eine schönere christliche Kircheals eine Communion von Freunden, von einer Fa-milie? Die lieben sich; in Einerlei Noch, in einenBeruf des Lebens verflochten, bringen sie Gott Dank,Gebet, Gelübde dar. Sie sind eine Communion,was nach unstrm Zeitgeist der große Haufe doch nichtist. Richtet sich nicht auch hier alles nach äußernUmständen, die entweder die Andacht zerstreuen oderdas Herz erheben? Bedenke, daß Christus selbstHausvater war, da er das Abendmahl einsetzte;seine Freunde waren seine Familie.

22.

Wenn nirgend uns das Fremde, Verführendeund Drückende ersonnener Lehrmeinungen fühlbarwürde, so erscheint es bei symbolischen Handlungen,eben weil diese durch sich selbst reden. Und weil siedies thun, — wie? wenn wir statt andrer Mißver-ständnisse hier ausführlich ein Beispiel gaben ? Zwang-los und unbefangen kann cs geschehen: denn die

biltern Streitigkeiten über diese und jene Lehrmei-nung sind Gottlob vorüber.