Lehrmeinungen und Gebräuchen. 33g
i6.
Pfaffhcit auf Den, der jeden Religiösen dieserdunkeln Zeiten für einen saarikiculuili d. i. füreinen Betrüger, Abgötter, Lügner, Pfaffen schilt,weil er das „Iroc est cor^us rneuin" im Sinnund Glauben seiner Kirche aussprach! Was konnteer thun, wenn ers nicht anders wußte? Besser,daß er, seine Vernunft gefangen nehmend , in seinerPflicht blieb, als daß er sich und andre mit un-auflösbaren Zweifeln quälte. Oder sollte er dasWunder der Messe zu Bolsena erwarten, daßdie Hostie blute, daß ihm ein Zeichen vom Himmelwerde?
* 7 -
Die Protestanten, ob sie gleich jene grobe Miß-deutung eines verwandelten Brodes und Weins helleinsahen, verloren sich leider, dem Genius der Zeitnach, auch in Streitigkeiten, die vom ersten Momentder Symbolisation zum Lheil weit hinweg führten.Sie legten dem Abscheidenden eine Reihe von Be-griffen nach einer Dialektik bei, die weder seineWorte, nock die ihn umgreifenden Umstande sagen,der ganze Gedankenkreis seiner Zeit aber strengeverbot. Sie stritten; warum stritten sie? Ebendas ist ja das Vorzügliche einer symbolischenHandlung, daß indem sie durch sich selbstspricht, sie vielseitig gedeutet werden kannund Jedem nach seinem Gesichtspunkt etwas Neuessaget.
Y 2