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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
Seite
306
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Don Religion,

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Also mußt du auch nicht vor Allem auf dasMiraculose gespannt seyn, als ob von verleb-ten Wundern voriger Zeiten deine Religion abhinge.Denn, Lieber, was hat Religion deines Herzensmit Wundern zu khun, die du nicht gesehen hastund über welche du keine Rechenschaft ablegen darfst?Glaube ist Ueberzeugung, ernst-freudige Uebung;was khun dazu alte Wunder? Das Wunder-thun soll dir doch nicht Religion werden?

35.

Mithin bekümmere cs dich auch nicht, wennhier oder da du dir etwas nicht zurechtlegen kannst.Zurechtleger giebt es gnug; und sie mögen Ver-antwortung ablegen, warum dies und jenes so undnicht anders gemeldet sei. Dies thu» sie als Phi-lologen, als Geschichtkundige oder Literatorcn; dusollst das Gemeldete für deine Religion (denn dazuists geschrieben) religiös gebrauchen.

36.

Denn überhaupt was ist Geschichte? und wozuliesest du alle Geschichte? Um bloße Facta oder garMirakel darin zu finden? Ein flacher Kopf siehtund reihet in der Geschichte nur Facta; ein verdreh-ter Kopf sucht in ihr Mirakel. Nur wem die Ge-schichte zu seinem Geist, zu seinem Herzen spricht;nur der liefet eine mcnschlichgeschriebene Geschichtemenschlich.

37.

Und spräche diese Geschichte nicht also zu dir?