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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
Seite
289
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Lehrmeinungen und Gebräuchen. 28g

Geschlecht unter einem Druck von Ucbeln leide, tratman in die Zuversicht einer nicht nur möglichensondern nothwendigen bessern Verfassung desselbenein, und gestand zu, auf dem ncu-eröffnetcn Wegesei das Heil der Welt gegeben. Man gelobte an,auf diesem Wege mitzuwirken; mithin war derGlaube praktisch. *)

3 .

Dies muß er scyn oder der Glaube ist eineWortsormel. Im Christenthum muß die Bedin-gung allgemeiner und einzelner Me n-schcnseligkeit so offenbar und gewiß liegen, daßsie von Jedem, auch dem Geringsten nichtnur anerkannt und befolgt werden kann, sondernvon ihm auch befolgt werden muß, sobald er daranmit Ueberzeugung glaubet. Wird das Bekenittnißvon einem Weltheilande, dem Retter der Mensch-heit, eine Lehrmeinung, bei der man so und an-ders oder auch gar nicht meyncn darf, so ist siebeinahe das Gcgenlheil vom Glauben, d. i. voneiner Ueberzeugung, neben der man gar nicht meyncnkann und soll, von einer allgemein-anzuerkennendenpraktischen Wahrheit. Wer auch der Stifter

*) Daß die im Symbolum angeführten historischenUmstände (dasNiedergefahren zur Hölle" sogar)aus Veranlassungen nach und nach dahin gekom-men , ist bekannt. Kings Geschichte des aposto-lischen Symbolums oder ähnliche Schriften solltejeder Lehrling der Theologie lesen.

Herders Werke d. Rel. u. Theol. XII. T