Lehrmeinungen und Gebräuchen. 278
Erschaffer des Weltalls, den Pantokra-tor. Ihm bezeugt sie Anhänglichkeit, Ehrerbietung,Gehorsam, Zutrauen, Glauben. *)
2.
Schon das Wort Glauben sagt, daß siediesen Begriff nicht als discurrirende Spcculationansehe; sie bekennet ihn als eine vom Eindruck dergesummten Natur, (Himmels und der Erde,) ge-wonnene Ueberzeugung. (Röm. 1, 19.20.)Sie bekennet ihn als einen moralischen Mensch cn-glau den: denn sie nennet diesen großen Urheberder Dinge Vater.
3 .
Hierin tritt ihr nicht nur die Stimme allerVölker, die ihren wahrnehmcnden Verstand mit ei-niger Regelmäßigkeit zu gebrauchen wußten, in einemlauten Chor bei; sondern mit diesem Glauben er-wacht in uns zugleich das edle Bewußtseyn,uns in der Schöpfung , als im wohlgeordneten Hauseeines Vaters, Theilnehmer seiner väterlichen Huldzu fühlen; eine Ueberzeugung, durch welche dieserGlaube Religion wird.
*) Die Unterschiede, die man in den Ausdruck Gottglauben und an Gott glauben gelegt hat,sind nicht im alten Sprachgebrauch. An Einenglauben bezeichnet das festeste Zutrauen im Hebräi-schen wie im Deutschen.
Herders Werke z. Rcl. u. Theol. XI l, S