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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
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Begeisterung, Erleuchtung, Offenbarung. 245

sie ist nicht bei mir. Gott allein kennet ihre Statte rzum Menschen sprach er: Dir sey die Furcht Jcho-vahs Weisheit; das Böse meiden sey Dir Ver-stand."

5 .

Dahin ging bei den Ebraern alle Offenbarung.Selbst die Beglaubigungen, mit denen sich Prophe-ten beurkundeten, waren vor Augen gelegte Natur-begebenhcitcn; der Geist ihrer Reden war Patriotis-mus, der Zweck derselben Moral.

6 .

Am wenigsten darf man also unter dem NamenOffenbarung eine dunkle Schwärmerei bei Demsuchen, den Johannes die erschienene Helle Ver-nunft nennet und als solche in Reden und Hand-lungen darstcllt. Das den Weisen und Klugen ver-borgene Geheimniß hatte Gott Ihm und durch ihnjedem Unmündigen enthüllet, d. i. klar vorge«leget; cs war die leichte Last, das sanfte Joch, dieschlichte Regel und Religion der Menschheit. Werdie reine Tendenz Christi für eine allen Menschenverständliche, nothwendige, Helle Wahrheit, werseine bestimmte Absonderung von aller Unnatur inden Evangelien nicht wahrnimmt, der hat den Geistund Zweck Christi nicht bemerket. Erlösung vonUnnatur, Wiederherstellung der Menschheit zu An-wendung ihrer Kräfte war seine Offenbarung,d. i. seine hell eingefehcne klar vorgttragcne Wahr-heit.