Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
Seite
244
Einzelbild herunterladen
 

244 Begeisterung, Erleuchtung, Offenbarung?

dunkeln, der andere in einem helleren Spiegel; Dersah die Dinge wachend, Jener im Traum, in Bil-dern, die er selbst nicht verstand, die ihn schrecktenund verwirrten. Der reinste Grad der Offenbarungnach ihnenist, die Dinge sehen, wie sie sind,ohne Bilder und Traume, von Angesicht zu Ange-sicht. Deßhalb ist Moses ihnen der größcstc Prophet,weil er mit Gott wie Freund zum Freunde sprach,ohne Decke, bestimmt, offen und vertraulich.

3 .

Da diese Gabe klarer Ansicht nicht jedem gege-ben war; so hieß alles, wodurch die unanschaubareWahrheit zu Menschen gelangte, ihr Zeichen, ihrName. Durch die ganze Schöpfung (singen diePsalmen,) hatte sich Gott gewiesen und ließ sich kei-nem Volk unbezeuget. Dem Nachdenkenden, sagtPaulus, offenbart er sein unsichtbares Wesen, durchWahrnehmung seiner Werke; und dem zum Kindegewählten Volk durch einen näheren väterlichen Zu-spruch.

4 >

Da dieser Zuspruch nicht anders als durch Men-schen menschlich geschehen konnte, so hielt sich dieseenthüllende Rede in einem menschlichen Kreise. AllesUcber- Aber- und Außernatürliche war durch dasWort abgeschnitten:Er ist, der er ist! Er wirdseyn, der er scyn wird."Wo wohnt die Weis-heit? wo ist die Stätte des Verstandes? Der Ab-grund spricht: sie ist nicht in mir! Die Tiefe spricht: