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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
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i56 Vom Geist des CH ri st e n t h u m s.

dem alten Mcnschcnhaupte, jene die braunen, diesedie weißen Haare unbarmherzig ausraufte.

Entbehrlicher Weise kam der Augustinismus auchins Lutherthum hinüber: denn gewiß war der Streit,der zwischen Luther und Erasmus über den freienWillen des Menschen entstand, dem Christenthumsehr entbehrlich. Nach dem Tode des großen Manneswurden nicht nur seine treuesten Gehülfen, mitihnen andre gelehrte und verdiente Männer als Sy-nergisten gekrankt, beschimpft, verfolgt und verlaum-dct; sondern der Mensch sollte fortan in der soge-nannten Bekehrung durchaus ein Stock und Blockbleiben. Stöcke und Blöcke fand man auf demWege der Seligkeit dergestalt unentbehrlich, daß dasverschlagene tridentinische Concilium selbst sich desmenschlichen Verstandes anzunehmen gut fand undeinen feinen Sem! - Pelagianismus decretirte. Glück-licherweise hat die Zeit alle diese bibel - und geist-losen Verwirrungen, so wie den ganzen Streit überdie mancherlei Gnaden, der ohn' alle Gnade geführtward, in den breiten Strom der Vergessenheit ge-senkt; und verdorren müsse die Hand, die ihn jedaraus hcrvorholet!

ir.

Wie? und die Trümmer dieses verfallenen Ge-bäudes stehen noch da? In Katechismen und Lehr-büchern werden die Aemtcr und Wirkungen desGeistes alle noch dergestalt classificirt, daß manchemeiner Leser, die jugendlich in die Schule diesesscholastischen heiligen Geistes genommen wurden, um