g8 Vom Geist des EhristcnthumS.
23 , 2 . Hiob 32 , 8 — 20. Es. 61, i— 3 .) Durchaushaben diese Bezeichnungen nach morgenländischerDenkart das Drückende nicht, was ihnen die schola-stische Dogmatik gegeben, die selbst den Geist Gottes,(ehedem der mildeste, freieste Anhauch!) in Fesselnzu legen wußte. Alle vorzüglichen Gemüthskraftehießen in der Sprache der alten Welt Gaben deSGeistes Gottes, und ihre zwanglose, mächtigeoder gefällige Aeußerung war eben ein Kennzeichendieser Gabe. Im huldreichen Joseph galt sein Ver-stand , seine Klugheit, sein Blick in die Zukunft,für eine Tugend der Elohim, die er mit keiner Ver-sündigung beleidigen wollte; (r Mos. 3 ^, 6 — ro.3 g, 9. 4», 6. 41, 38 .) Geist Gottes war in ihm.Selbst in Bileam, als er weissagend die Zukunftsah; (4 Mos. 22 — 24.) im Saul, als das Eherder Sauger ihm begegnete und den Furchtsamen inseine Begeisterung zog. (r Sam. 10, 5 — r 3 .) warAnhauch Gottes. Er war in den kunstreichen Män-nern, die am Bau und Gecäth der Slistshüttearbeiteten; (2 Mos. 3 i, 3 . 35 , 3 i— 35 .) eine Be-zeichnung, die ihre Naturtalente, ihren auf Erler-nung und Ausübung dieser Künste gewendeten Fleißnicht ausschloß, sondern eben bezeichnend erhöhte.So bei den Männern, die in die Zukunft blickten,die mit Kenntniß ihres Landes und des Zustandesder Dinge rings umher (Dan. 4, 5 . 6.) weiter alsandre sahen — Niemand in der Welt würde da-mals eine künftige Auslegung vermuthet haben, diedas was ihnen Geist Gottes hieß, allen Na-turtalenten entgegensetzte, da eben diese glücklichereNaturanlagen, oft auch die Ausbildung derselben,dem beseelenden Anhauch eines höheren Geistes