8 Regel der Zusammenstimmung
einiger Unterricht erthcilt werden. Denn nicht allent-halben und nicht zu allen Zeiten konnte man sichauf die Ereignisse mit ihm als auf eine landbe-kannte Geschichte beziehen, wie es Anfangs zu Je-rusalem die Apostel thaten. *) (Apost. 2 . 22 . 3, i3.)
2 .
So machte sich denn, insonderheit fürdie Gehülfcn der Apostel, die hier oder dortihre Stelle vertreten sollten, eine UTioruirwo^s-.o/cov, der Entwurf eines mündlichenEvangelii, von selbst nöthig. Sie hatten dieThaten Ehristi nicht gesehen, seine Lehren nicht ge-hört , und sollten sie verkündigen ; also mußten siesolche durch Unterricht lern en. Dieser Unterrichtmußteeine Gestalt, die Geschickte einen Um-kreis gewinnen, daß nicht jeder Evangelistund Diener des Worts anders erzählte. Mit derSchule der Evangelisten war also der Typuseines bestimmten historischen Evange-liums gleichsam gegeben.
3.
Nun waren christliche Evangelisten fast so alt,als das Christenthum selbst: denn sobald die Apostel
*) Jenem äthiopischen Juden z. B. mußte erst dasVerständniß eröffnet, die Schrift auf Christumgedeutet, mithin die Geschichte desselben erzähltwerden, ehe er das Bekenntniß ablegen konnte!„ich glaube, daß dieser Jesus der Christ scy"und getauft ward. (Apost. 3, 8.)