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Religion und Theologie Theil 11 (1829) Christliche Schriften ; 1
Entstehung
Seite
509
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in kurzen Sätzen, wie sie ein Greis schreibet, demdas Schreiben ungcläufig ist, der tausend langeErfahrungen seines Lebens gern in den kürzestenSpruch zusammendrangen mochte. Wenn cs fürsMenschengeschlecht ewige Wahrheiten giebt,(und es gibt deren gewiß!) so stehen sie in Johan-nes. Aufs Sprechen und Disputiren kommts nichtan, sondern aufs Glauben und Thun, aufsHalten dieser Liebesgcbote.

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Erschiene Johannes zu unserer Zeit und legteuns sein Evangelium freundlich vor, was würdeer sagen? Vergönne es mir, seliger Jünger derLiebe, daß ich deine Gesinnung in Worte meinerZeit schwach einkleidc.

Sterbliche, meine Brüder! ihr fragt nachGott und wiederholet meine Worte:niemandhat Gott gesehen," um den Schluß darausziehen zu können: sein Dascyn sey unerweis-lich; das wollte ich nicht. Jenes erkannten alleWeisen der Welt; aber Euren Schluß der auf derSpitzfindigkeit eines Wortes beruhet, zogen sie nicht.Sie bemüheten sich, das Ideal, (wie ihr Gottnennet,) oder wie wirs nannten, das fürMenschen Erkennbare von Ihm kennen zulernen und auszudrücken; thaten sie daran Unrecht?Da der menschliche Verstand ausser sich in einemfremden Verstände nirgend eine Idee fassen, bildenund aufnehmcn kann: so ists leerer Wahn, diesenfremden Verstand, den Unbekannten, aufzu-suchcn oder ihn zu kennen vorzugeben. Bringt cs