Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 11 (1829) Christliche Schriften ; 1
Entstehung
Seite
472
Einzelbild herunterladen
 

47 -

Von Gottes Sohn,

aus seinen Erinnerungen, wie Er sie wußte, wiesie ihm selbst begegnet war.

27.

Woher nun die vielen Zweifel gegen dieselbe?Wahrscheinlich aus dem frühe verbreiteten, aberalbernen Wahn, daß Christus als ein Gespensterschienen sey; ein Wahn, dem Lucasund Johannes, (Luc. 24, Z6 — 43. Joh. 20,25 — 28.) ja schon das Evangelium der Ebräcrgerade entgegen treten.*) Es war der Leib, deram Kreuz gestorben, im Grabe wiederbelcbt war,mit Wunden und Mahlen kennbar, tastbar, derSpeise fähig; kein Phantom, das durch eine ver-schlossene Thür kommt, kein glorisicirter Halbkörper.

28.

Irre ich nicht, so ists eben diese Fabel, diefortwährende Zweifel geboren hat: denn ohne siewürde, dem Zusammenhang der Erzählung nach,der Unglaube eher auf andere Ausflüchte gefallenseyn, und die Philosophie andre Auskunft versuchthaben;**) jetzt aber stand das hie und da sich

*) „Als der Herr zu Lenen, die bei Petrus waren,kam, sprach er: Greifet mich an und sehet, daßich kein unkörperliches Dämonium bin. Und siegriffen ihn an und glaubten." (Srab. SpieilcA.xaz. 25.)

**) Z. R. Christus sey von den vielen Qualen, Er-mattungen und Wunden, wie sein letztes Dürsten