Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 11 (1829) Christliche Schriften ; 1
Entstehung
Seite
370
Einzelbild herunterladen
 

Von GotN^s Sohn,

370

greift. Es kämpft mit Waffen der Liebe und derUebcrzcugung, nicht mit ungeschliffenen Philen desEigendünkels. Ein Greis hat es geschrieben, keinrascher Jüngling; der älteste Vorsteber der Kirche,zum Nutzen derselben, nach ihrem Bedürfniß. DiesBedürfniß umfasset er für die fernsten Zeiten; ersicht nicht als ein Slreitheld gegen einen Mannoder gegen eine für uns verlebte Secte. Will m>msein Evangelium des Geistes nennen, so seyes; aber auch die andern Evangelien sind nichtfleischlich. Auch sie enthalten lebendige WorteChristi, und bauen auf denselben Grund des Glau-bens. Das Evangelium Johannes wollte sie nichtverdrängen, sondern erklären, bestärken, er-gänzen.

Nur daß man auch dies Ergänzen nicht dahindeute, als ob Johannes Evangelium Nachbleiblel,Einschiebsel, Paralipomenen liefere; von solchen hatsich Johannes rein und schlicht losgesagt mit dermächtigsten Hyperbel, die je ein Buch schließenkann. lJoh. 21, 26.) Sein Evangelium ist einganzes und eignes Werk, nach einem festenPlan, in der bestimmtesten Ordnung, mit abgewo-gener Regelmäßigkeit aller Thcile verfaßt und mitdem Siegel der Wahrheit von innen und außenbekräftigt. (Joh. 21, 24.) Wer ohne Vorurtheilund eigne Hypothese liefet, dem gehet in Wortenund Thaten eine erhabne, stille Gestalt hervor, vollHuld und Wahrheit.*) (Joh. i, 14)

) Ueberhaupt beweiset das Evangelium Johannes die