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Religion und Theologie Theil 11 (1829) Christliche Schriften ; 1
Entstehung
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343
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Vom Erlöser der Menschen. 3^3

praktischen Leben: Alles, was Ihr wollet,

das andre Euch thun sollen, das thutIhnen; und zwar zuerst, ohne Hoffnungder Wiedervergeltung, auch in Fallen, woihr klar sehet, daß sie es euch nicht thun werden,als thätct ihrs euch selbst; diese Grundsätzesind das Gesetz und die Propheten. Dar-über gibt es keinen höheren, reineren, und populä-reren Grundsatz. Das Problem ist aufgelöset; diePerle ist langst gefunden; aber nur durch Aufopfer-ung unser selbst, durch Einkauf dieser zu unsererPerle; nur durch Ausübung, nicht durch dasSagen wird ein moralischer Grundsatz unser.

14.

Streitigkeiten über die Evangelien,sobald sie Glaubensartikel betreffen, sind mir dieletzte der Streitigkeiten. Längst sind wir aus denZeiten hinaus, da man diese durch Confessionenschützen wollte und schützen mußte; jetzt kann auchdie reinste Lehre nicht mehr durch eine, geschweigeeine erzwungene Confessio», die eine ärgern-de Heuchelei ist, geschützt werden. Nach den dreiersten Jahrhunderten des Christenthums, da einejede Gemeine ihr Symbvlum als ein Sigill ihresempfangenen Glaubens, mithin als eine Beur-kundung wahrte, sind alle Streitigkeiten überGlaubensartikel dem Christcnlhum gleichgültig gewe-sen : denn jeder Christ behielt ja dabei sein altesSymbolum, und hatte die Evangelien vor sich,die von allen diesen Streitigkeiten nichts erwähnten.Wäre es möglich, ein Arianer, Pclagianer, Nc-storiancr, Eutychianer auf Einmal zu seyn: sowollte ich, (ob ich sie gleich alle für frjcmde Leh-