Vom Erlöser der Menschen. 241
schaffen und heilig lebe, das ist für mich die Erlö-sung Christi, und dasselbe ist sie für jeden Men-schen. Der kirchliche Glaube mittelst dieser undjener Formel war die Hülse, in der die Frucht,das Evangelium selbst, erwuchs, die Schale, dieden Kern festhielt. Wir werfen sie gewiß nicht weg,diese Hülse und Schale; wir genießen die Fruchtund den Kern aus ihnen, sagen aber dennoch: siesind nicht selbst Kern und Frucht; der kirchlicheGlaube, auch mit dem feinsten Dogma überspon-nen, ist blos ein historischer Glaube. Wederdurch ihn, seinem Inhalt nach, noch um seinet-willen, weil er geglaubt, d. i. bekannt wird, wardje ein Mensch gerecht und selig. Die bloßen Herr-Hcrrsagcr, auf welche Art sic denn Herr - Herr auchsagen mögen, treibt Christus als Unbekannte vonsich; Er kennet nur die, die den Witten thun sei-nes Vaters im Himmel. Die sogenannte Reli-gion an Jesum muß sich also mit dem Fort-gänge der Zeit nothwcndig in eine ReligionJesu und zwar unvermerkt und unaufhaltbar ver-ändern. Sein Gott unser Gott, sein Vaterunser Vater! AuS allen Reden Christi erhelletdies, indem er die Seinigen immer an seineStelle setzt, in Zutrauen auf Gott, in Wirk-samkeit, Liebe und Hoffnung. Freunde warensic ihm, nicht Knechte; Reben an ihm dem Wein-stock, Vertreter seiner Stelle, Brüder, die seinGeist beseelte. (Joh. 14 —17. Kap. 20,17. 21 — 23 .)
Jeder, der dazu beitragt, die Religion Jesuvon einem verdienstlichen Kncchtsdienst und peinli-chem Hcrr-Herrsagcn auf jenes achte Evangelium