340 Vom Erlöser der Menschen.
Sonderung des Wöhren vom Falschen, Jahrhun-derte , und wenn wir wollen Jahrtausende hin,unentbehrlich; wir danken den Vätern der Kirchefür alle Strenge, mit der sie darüber gehalten ha-ben. Indessen war und blieb er Symbol, Zei-chen; er war nie die Sache selbst, zu der sichein Christ verpflichtete, der dies Symbol als Zei-chen des Eintritts in die wirkende Ge-meine überkam. Thätige Mitwirkung indieser Gemeine, eine Gesinnung im Gei stChristi zur Rettung sein selbst und and-rer, kurz Geist und Kraft war die Sache,zu der das Symbol berief und einwcihete. Mitdem Lauf der Jahrhunderte hat das Symbol un-vermerkt der Sache, das Zeichen dem Bezeichntenweichen müssen und wird ihm immer mehr weichen.Unser Bekenntniß kann jetzt nichts mehr beurkun-den, unser Glaube nichts bestätigen oder rechtferti-gen, was vor zweitausend Jahren geschehen ist;die Höllenfahrt Christi bleibt was sie war, manmöge sie so oder anders glauben. Die GeschichteChristi steht in den Evangelien da; unsere münd-liche Tradition darf sie nicht fortpflanzcn. Alsohat jedes Wort unsres Glaubensbekenntnisses füruns keine andre Rücksicht, als auf das WerkChristi selbst, wiefern dies für uns ge-höret; welches Luther auch sehr wohl ausdrück-te, indem er bei seinem „Was ist das?" deszweiten Artikels nicht jeden historischen Umstand,sondern das Werk der Erlösung und zwar, wiefernwir daran Theil haben sollen, erklärte. Daß ichals ein Befreier im Reich Christi freiwillig - recht-