338 Vom Erlöser der Menschen.
abhörcn, wir keine untergegangene Schriften ausder Asche, oder dem Moder der Zeit zurückrufcn;das ganze erste Jahrhundert steht, außer diesenSchriften, für uns leer da. Alles indessen, wasrömische Schriftsteller vom Christenthum bezeugen,spricht für diese Schriften, nämlich für den Glau-ben der Christenheit an die hier vorgetragcne Ge-schichte und Lehren. Dies ist ein kirchlicherGlaube, durch Tradition, Glaubensbekenntnisse undEvangelien fortgepflanzt, aufs Wort und Zeugnißder Apostel angenommen und uns überliefert; wei-ter können wir nicht hinaus, und kein Verständigerwird ein Weiteres begehren.
Ganz anders aber steht es mit dem Theilder Evangelien, der Evangelium ist; er stehetalscin ausgeführtes und ausz u füh re n d e sWerk der Vorsehung da, spricht zu allerMenschen Herzen, und sagt: „das ist unsres Ge-schlechts Bedürfniß, das sein Zustand, diese„die einzige Art, wie ihm geholfen werden„kann, die sichre, gründliche, edelste Art„durch alle Zeiten und Nationen. Dies„ist seine Würde, seine Bestimmung, sein„ewiger Weg. Rechts und links, Gewalt und„List sind Abwege; aber reine Wahrheit, auch„im Dulden unablässig und still fort wic-hen de Liebe, und größere Energie sind„die enge Pforte." Die Perle ist gefunden. Ei-nen andern Grund kann niemand legen, als derdurch Christum gelegt ist; alle Weisen, alle Guten,sie mögen Christum kennen oder nicht, bauen aufdiesen Grund, jeder nach seiner Art, Gold, Silber,