336 Vom Erlöser der Menschen.'
Evangelien, wenn es den Streitern um Schlich-tung zu thun wäre.
Ein Thcil derselben, der die jüdische und rö-mische Geschichte betrifft, ist blos historisch. Undwie die Bücher selbst, d. i. ihre Verfassung, ihrStyl, ihre Materialien, ihr Alter, ihre Ueberkunftzu uns blos nach historisch-kritischen Regeln ge-prüft werden müssen; so stehet dieser Thcil jedemRichter der jüdisch-römischen Geschichte zu Gebot.Niemand derselben hat ihn gclaugnet; niemandhat gegen ihn einen gegründeten Zweifel bcibringcnmögen, insofern er nicht sein Religionssystem da-mit vermischte.
Ein zweiter Thcil der Evangelien ist kirchli-chen Ansehens; er betrifft das Wunderbareder Geschichte. Und ich trage auch als Prote-stant kein Bedenken mit dem S. Augustin, demVater unsres Protestantismus, zu sagen: ich wür-de ihn nicht glauben, wenn ihn mir nicht die Kir-che übergeben hatte;*) wo ich dann mit dem WortKirche einen sehr reinen Begriff verbinde. Dieerste Kirche (rxxX^ui,o:v xugecexi^v) sammlete, bil-dete und erzog Christus selbst in der kleinen Gesell-schaft seiner Freunde. Sie waren die einzigen Zeu-gen
*) klvangslio non croäeroin, niüi -ruotoritss Tc-clssiae ins ooininoverot ; nur auf einen Lheilunsrer Evangelien kann diese kirchliche Autoritätund Bewegkraft gehen.