Vom Erlöser der Menschen. 335
Grundsätzen der ganze Teig durchsäuert werden:denn sie sind die reinsten Grundsätze der Vernunftund des sittlichen Gefühls, auf welche uns zuletztdie ärgste Noth aufmerksam machen muß, wennwir uns dem reinen Menschen-Evangeliumauch noch lange widerfctzten. Dies spricht undwirkt immerdar in tausend Gestalten für die Mensch-heit weiter. Der Fürst der Welt darf nicht erstgerichtet werden; im Evangelium ist er längst ge-richtet, und nur allmählig wird sein Urtheil vollzo-gen. Das Reich kommt nicht in äußern Zurüstun-gen, sondern durch innere Uebcrzeugung,Kraft und Wahrheit.
10.
Unfern Evangelien wird also in je-dem Wort und Charakterzuge Christiihr bleibe nderWerth bleiben; nicht nur alsältesten Beurkundungen des Christenlhums, sondernfür uns auch als Quellen, ohne welche wir dieeigentliche Denkart des Erlösers, seine Absicht unddie wahre Beschaffenheit seines Werks in seinemSinne nicht kennten. Ohne die Evangelien würdenwir hören, wie Paulus, Petrus, Johannes dieSache angesehen und verstanden; nicht aber wasChristus ursprünglich und einfach davon dachte. Jegelegentlicher und ebraischer dessen Worte sind, destoangenehmer sind sie uns: denn kein Verständigerverlangt an Christo einen attischen Weisen.
ir.
Demnach schlichtete sich auch sehr leichtder Streit über die Streitigkeiten der