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Religion und Theologie Theil 11 (1829) Christliche Schriften ; 1
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321
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Vom Erlöser der Menschen. 32 i

oder seine andere Unternehmung verbürget? NachChristi Worten selbst waren viele Weissager, dieer nicht kennen, die er von seinem Angesicht weg-weisen sollte; Ihm war also Weissagung nichtdas Kennzeichen weder der Wahrheit einer Lehre,noch einer göttlichen Sendung, noch eines gutenCharakters, am wenigsten eine Beglaubigung Sei-ner selbst, zu welchem Zweck diese prophetischeWarnung Christi in den Evangelisten nicht dasteht.

III. Wunder Christi.

Aber die Wunder Christi sind Beweise der Wahr-heit seiner Religion?

Hier sind mir alle Worte dunkel: Wunder,Wahrheit, Beweis und Religion.

Religion ist ein römisches Wort, das manhier nicht gebrauchen sollte. Im reinsten Verständebedeutet cs Gewissenhaftigkeit, Scheu vor Gott,, Treue in Haltung seines Worts; diese Religionoder Religiosität Jesu bedurfte keines Wunders zumErweise, so wenig tausend Wunder solche ersetzenoder erweisen konnten. Wie Weissager so Wunder-thäter wollte Christus in Menge von sich weisen,die nicht in sein Reich gehörten.

Wundergaben waren also nach Christi eigenemBegriff kein Kriterium, daß Jemand den WillenGottes thue, moralisch rechtschaffen sey, oder selbstReligion habe, geschweige daß Er seine Religio-sität oder göttliche Sendung damit andern beurkun-den könne. Auch eure Kinder treiben Teufel aus,Herders Werke j. Nel. u. Lheol. XI. T