WM»»
V»
322 Vom Erlöser der Menschen.
sagt Christus; auch solche trieben sie aus, die ihmnicht nachfolgten. Alles lief damals nach den Ga-ben der Theurgie, daher Christus vor diesen zwei-deutigen , verführerischen Zeichen oft und ernstwarnet.
Oder Religion ist Unterricht, Lehre. Wiekann nun ein Wunder die Wahrheit einer Lehreerweisen, wenn diese sich nicht durch Uebcrzeu-gung selbst erweiset? Aufmerksam auf die Lehrekann cs machen, der Person des Lehrers von außenAnsehen und Gewicht, auch nach den Begriffen derZeit äußere Glaubwürdigkeit geben, wcßhalb Chri-stus für seine wundcrsüchtige Zeit Wunder that;die Wahrheit seiner Lehre aber sollten und konntennach seinen eigenen Begriffen Wunder nicht erwei-sen. Diese bestätigte sich nur durch sich selbst, durchUeberzeugung und Ausübung. Geist und Lebenwaren Christi Worte, ein himmlischer Trank, demGeist Erquickung und Nahrung. Er predigte eineWahrheit, die lebendig, die das Gemüth freimachte, und setzte den Erweis von diesem Allen indie Erfahrung. (Joh. r, 17. 3, 3. 6, 3r. 32. 63.68. 7, 16. 17. 8, 32 — 36. 17, 17. 20, 3r.Matth. ir, 26 — 3o. u. f.) Dazu konnten Wun-der nicht beitragen, sondern eher davon abführen.— Denn warum redet Christus so hart gegen dieWundersüchtigen, als weil eben durch diese äußereBeschäftigung und Verwirrung der Sinne der Ver-stand in seinem Geschäft, dem reinen Erfassender Wahrheit gestört und von ihm abgewendct wur-de? Fast lasset sich nicht stärker innere Wahrheitdurch Ueberzeugung dem störenden Wunderglauben