320 Vom Erlöser -et Menschen.'
scs Tempels und Gottesdienstes fest glaubten, ih-nen mußte die Binde noch in den letzten Tagen,wenn auch mit Schmerz, vom Auge gerissen wer-den, damit sie, wenn alles unterginge, wie ausdem Schiffbruch gerettet entkamen. Diese Voraus-sagung also gehörte zur Erhaltung der Apostel inGründung seines Reichs und war kein bloßer pa-triotischer Seufzer. Uebrigcns geschah sie ganz inBildern der alten Prophetensprache; und da Chri-stus bei dem was er an diese Geschichte knüpfet,selbst sagt, daß ihm die Zeit des weiteren endlichenAusganges der Dinge unbekannt sey, so hat er sichnicht zum Allwisser machen wollen, sondern seinePropheten-Aussicht selbst bescheiden umschran-ket. Traurig wäre cs, wenn uns Christus nichtgelten sollte, falls er nichts vorausgesagt hätte.Und wiederum, gesetzt, daß er sogar den Nameqdes letzten im Tempel Ermordeten gewußt und ge-nannt,*) auch sonst die hellste Voraussicht in disZukunft gehabt hätte; würde dadurch seine Lehre
oder
*) Matth. 23, 35. Wahrscheinlich nannte Christusden Zacharias, Jojada Sohn, 2. Chron. atz, ig—> 26. Denn den Zacharias, Barachiä Sohn hat-ten ja die Juden damals noch nicht getbdtet.Auch im Evangelium der Nazarener war der Erstegenannt, nicht der Letzte. Dieses kam aus derGeschichte der Zerstörung Jerusalems selbst insgriechische Evangelium, entweder sogleich bei derAbfassung, oder spater: denn wir wissen die Zeitseiner Abfassung nicht.