Vom Erlöser der Menschen. Zu.
stolze Nationalwahn ist Gottes eben so unwürdig,als er dem Zweck und der Würde des Mensche»,ja dem ganzen Gange der Vorsehung unter denVölkern von Anfänge des Menschengeschlechts anwiderspricht. Eine jüdische Allhcrrschaft über dieVölker zum irdischen Wohlleben dieses Volks undaus ewige Zeiten ist ein erbärmlicher Traum.
Stehet dieser Traum nicht aber in den Propheten?
Nein. Denn wenn man hinwegnimmt, wasbei den Versprechungen eines zukünftigen Glücksaus Veranlassung der Zeiten gesagt ward, mithinzu den Farben gehört, mittelst welcher das künftigeGlück vorgebildet werden mußte: so gehen die hellc-sten Vorhersehungen, Hoffnungen und Wünsche derPropheten auf eine Zeit reinerer ErkenntnißGottes, abgelegter Vor urt heile, aus-geübter Tugend und Sittlichkeit hinaus,durch welche allein den Menschen ein allgemeinerund ewiger Friede, d. i. eine g e in e i n sch a ftli-che Glückseligkeit mit und durch einan-der zu Thcil werden kann.
Konnte sich hiebei Christus nicht trügen?
So wenig das Licht Finsterniß seyn oder dieWahrheit zur Lüge werden mag. Alle Begriffe vonGott, alle Erfahrungen des Menschengeschlechts, dieNatur des Menschen selbst verbürgt »ns diese Wahr-heit. Also schon dadurch ward Jesus ein Erlösen-des Menschengeschlechts, daß er diese, die einzige,ewige, unabwendbare Wahrheit, dasA i e I d c s g a nz e n Ga n g e s der Vorsehungmit dem Menschengeschlecht, in den Pro-