Vom Er'löser der Menschen. 299
Christi Menschen liebend, holdselig, theil-nehmend auch im Umgänge der Menschen darzu-stellen. Ihn jammert jene weinende Mutter; ergibt ihr ihren erweckten Sohn wieder. (K. 7, rr—i 5 .) Die Sünderin, die seine Füße mit ihremHaar trocknete, nimmt er sehr gefällig in Schutz.(K. 7, 37 — 48.) Beim reichen Gastmahle sorgter für die Armen, (K. 14, 12 — 14.) fühlt, wieviel jene arme Wittwe mit ihren zwei Scherfleineingelegt habe, (K. 2r, 1 — 4.) wendet die Ge-schichte vom ungerechten menschlichen Richter rüh-rend auf Gott an. (K. r8, 1—8.) Die meistenGleichnisse, wo reine Menschenliebe mit Ue-bcrsehung des Standes, der Nation, der Sekte,auch voriger Versehen u. f. uneigennützigeWohlthatigkeit gegen Dürftige und Fremde,ein mildes Urtheil über Unglückliche, Beschei-djenjheit in Schatzung unsrer gegen Andre, undvor Gott reine Herzensdemuth und zwar nichtin gemeinen Zügen empfohlen wird, sind bei Lukas.Er ist's, der die Geschichte vom Samariter, demverlornen Sohn, dem Pharisäer und Zöllner, La-zarus und dem Reichen, dem ungerechten Haus-halter, den rangsüchtigcn Gästen u. f. erzählet. Erist's, der das Urtheil Christi über die beim Opfergetödtetcn, seine Thranen, da er sich Jerusalemnahte, sein Wort an den sterbenden Verbrecher u. f.anführt. Man könnte ihn den Evangelisten derPhilanthropie nennen, wenn dies Wort nichtentweihet wäre. Einem Mann, der mit Paulusviele greisen unter Griechen und Römer gethanhatte, und seine Schrift einem Thevphilus zucig-nete, ziemcte ein solches Evangelium,