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Religion und Theologie Theil 11 (1829) Christliche Schriften ; 1
Entstehung
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229
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Vom Erlöser der Menschen. 229

menheit zu schärfen. Nicht blos der äußere Tod-schlag, Meineid, Ehebruch, grobe Rache und Wie-dervergeltung sey Laster; Zorn und Unverträglichkeit,der erste lüstende Herzensgcdanke, die nicht vermie-dene Gelegenheit zum Bösen seyn die Quelle desLasters. Ein reines, großmüthiges Herz, Strengegegen sich, die jedes Aergerniß meidet, ein redli-ches Ja und Nein, Nachgiebigkeit und ein uner-müdliches Bestreben das Böse mit Gutem zu über-winden, wohlthätige , Liebe auch gegen Verfolgerund Feinde, eine Vollkommenheit nach GottesVorbilde, ohn alles Gepräng', ohne die mindesteLohnsucht, mit Erkcnntniß eigner Unvollkommen-heit, übrigens ein sorgenloses, fröhliches Gemüthmit Heilerin Angesicht, mit einfälligem Auge undHellem Blick, ohne ein zwischen Gott und dem rei-chen Satan getheiltes Herz; diese Gemüthsart ge-währe den Himmel auf Erden. Da sey man reichauch in der Armuth, reich an einem unzerstörba-ren Schatz, der mit unserm Herzen Eins ist, fröh-lich wie der Vogel auf dem Zweige, blühend wiedie Lilie auf dem Felde. Wer nach dieser Gemüths-art in Beobachtung aller seiner Pflicht trachtet,dem gebe sich das Aeußcre von selbst; cs müssedem Innern folgen. Wie der Baum, so die Früch-te; von Dornen könne man nie Trauben lesen,noch Feigen von Disteln. Menschen von böser Ge-müthsart, voll Zornes, Neides, Unversöhnlichkeit,Habsucht, Tadelsucht andrer, voll stolzer Heuchelei,voll Lüsternheit und Frechheit können weder glück-lich seyn, noch andre glücklich machen; in undunter solchen könne kein Himmelreich statt finden.Bei gegenseitiger Gemüthsart trete cs von selbst ein.