223 Vom Erlöser der Menschen.
Geschäfts gebe, nahm er sie bald im Anfänge ihresgemeinschaftlichen Lebens vor einer verfammlctenVolksmenge auf eine Anhöhe neben sich und sprach,mcistentheils in kurzen Sinnfprüchcn das zu ihnen,was uns am vollständigsten und geordnetsten Mat-thäus (Kap. 5 — 7 .) aufbehalten hat. Hattenwir bloS diese Sammlung von Sinnfprüchcn ausdem Munde Christi, so wären sie gnug, uns kei-nen Zweifel darüber zu lassen, was Er das ReichGottes nannte, und worin er die Pflicht, Würdennd Glücksecligkcit der menschlichen Natur fetzte.Ja würden diese Sprüche befolgt, so wäre dasReich Gottes in einer unzerstörbaren Menschen-glückfeligkeil bei uns. —
Wenn Moses Gesetz dort von zween BergenSegen und Fluch verkündigte, so fängt dieser Pro-phet mit Verkündigungen von lauter Seligkeitenan; die aber nur der genießen könnte, der reinesHerzens, friedfertig, duldend, demüihig, barmher-zig, nach der Erfüllung jeder seiner Pflichten streb-te. Wenn er deshalb auch Verfolgung erlitte, sosey doch das Himmelreich, himmlische Selig-keit, sein. Glücklich sey der unschuldig verfolgte;und im Himmel erwarte ihn noch größerer Lohn. —
Die zu seinem Reiche gehören wollten, müß-ten das Salz der Erde, würzendes Salz, ein Lichtder Welt scyn, andern mit gutem Vorbilde vvrzu-leuchten. Er sey nicht da, um die alten morali-schen Gebote zu schwächen, vielmehr ihnen einensinnauSfnllcnden Commentar, eine geistige Gema-ra hinzuzuthun, und sie zum Punkt der Vollkom-