als Glauben, Geschichte und Lehre. 161
sinnlichen, rohen Volk muffen Aufschlüsse über dieZukunft, die ihrer Fassungskraft voreilen, in kur-zem nothwendig die gröbsten Träume werden. Ue-berhaupt ist das, was der menschliche Verstand sichselbst erarbeitet, worauf er nur durch eignes Be-dürfnis kam und kommen konnte, ihm auch dasgelegenste und liebste. Es ist seiner Fassungskraftangemessen; er sichet die selbstgefundene Wahrheitals sein Kind an. Die erziehende Gottheit thatdas Ihrige, indem sie ihm Begebenheiten vorlcgte,oder ihn in Umstande setzte, wobei er sich einensolchen Trost nicht anders als zucigncn konnte. Diesgeschah durch die Aufnahme Henochs, Elias undauf eine vorzügliche Weise durch die Wiederbe-lebung Christi.
r.
Verschiedene Völker drangen auf verschiedenenWegen zu dieser tröstenden Hoffnung; daß dieEbräer insonderheit durch patriotische Vor-stellungen dazu gelangten, war keine unrühm-liche Weise. Das kurze Leben einzelner Menschenmisset sich gern an Dingen von längerer Dauer;in der ewigen Fortdauer eines Volks ist ihm eingroßes Maas der Unsterblichkeit gegeben. Die rö-mischen Dichter schätzten ihre Unvergänglichkeit nachder Dauer ihres Kapitols und des ewigen römischenNamen; bei jenem, dem ebräischen Volk entstandeine viel wesentlichere Hoffnung an dem zwischenGott und seinen Stammvätern gestifteten Bun-HerderS Werke z. Rel. u. Theol. Xl. L