meiden. Wer bist Du, daß Du einen fremdenKnecht richtest? hoffe er Auferstehung der Tobten,glaube er Unsterblichkeit oder nicht; über sein Ge-wissen hast du kein Unheil: denn bist du der Rich-ter über Lebendige und Tobte? Jahrhunderte undJahrtausende lang sind Völker in Ansehung diesesGlaubens im Dunkeln gewesen; viele sind cs noch,und haben dennoch als Menschen ihre Pflichten gr-übet. Selbst bei der jüdischen Nation, die sichdoch von ihrer Entstehung an einer besondcrn Pe-dagogie Gottes rühmte, ist in den ältesten Schrif-ten ihrer Offenbarung von dieser Lehre keine Glau-bens-Vorschrift zu finden; selbst zur Zeit, da dieLehre angenommen war, wurden die Saducaer ge-duldet , und durften ihre Meinung frei aussern.Im Gesetz Moses war über diesen Glauben durch-aus kein positiver Befehl vorhanden.
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Und wie könnte man auch eine Hoffnung,die Annahme einer Verheißung aufzwingen odergebieten? Wem sie recht ist, wer sie annehmenkann, wird sie von selbst annehmen; wem sie aus-gedrungen wird, wer sie, ohne inneres Bedürfnißder Seele, als Vorurthcil annimmt, wird sie ehermißbrauchen, als wohl anwenden. So wars beiden Phrisaern; so bei vielen der Christen, die dieseLehre blos als ein Erbstück besaßen. Vielleicht istdies auch die Ursache, warum die Gottheit in Ent-wickelung solcher Hoffnungen dem menschlichen Ver-stände und Gcmüth nicht Vorgriff: denn bei jedem
sinn-