am ersten christlichen Pfingstfest. 47
neue Sprachen verstanden seyn können, ist durchsich selbst klar: denn sonderbar wäre es, wenn dieGabe, neue Sprachen zu erfinden, eben zwischen,,dem Teufel auslceiben, und Schlangen vertreiben"in der Mitte stehen müßte. Nehmen wir die letztePeriode im Markus als acht an,*) so ward da-mals, als das Evangelium geschrieben ward, dieGabe der Zungen schon als eine Gabe der Chri-sten überhaupt angesehen, oder war als solcheschon geltend; und hatte Markus dies VersprechenChristi von Petrus vernommen, so waren die Chri,sten auf diese Gabe verwiesen. In den andernEvangelisten geschieht namentlich derselben keineErwähnung.
2.
In der Apostelgeschichte finden wir außer denzwei angeführten Fällen bei andern Gemeinen da-von keine Spur; sonderbar aber ists, daß sie nachPaulus erstem Briese in der Korinthischen Kirchedergestalt im Gebrauch war, daß er sie sogar inihre Grenzen weisen mußte, (i. Corinth. 12 — 14.)Er thut dies mit so viel Vernunft und Vorsicht,daß er auch hierin das Muster eines Reformators,der den Mißbrauch heiliggehaltener, guter Sachenmit Glimpf abstellet, seyn kann. Lasset uns sehen,wie Paulus die Gabe der Sprachen zu Korinth be-schreibet, und wie er ihren Gebrauch einschränket.
*) Bekanntermaßen ist sie Zweifeln unterworfen ge-wesen und hat in mehreren Loää. gefehlet.