36 Von der Gabe der Sprachen
Die Zungen wurden gethcilt,*) (
^Xauro-a-.,) die Sprachen verwirrt, die Völker zer-streuet. Ihnen aber blieb, so glaubten sie, dieWurzel und Ursprache. Sie nannten hiebei, in ei-ner runden Zahl, siebenzig Völker, siebenzig Spra-chen und machten diesen Ausdruck sich in allen An-wendungen geläufig.**) Wenn sie z. B- sagenwollten, ihr Gesetz, als der Inbegriff und Gipfelaller Weisheit scy für alle Völker gegeben, oder csenthalte den Samen und die Wurzel der Weisheitaller Völker, so sagten sie nach ihrer Weis«***):„aus dem Munde der göttlichen Majestät gieng in„sieben Stimmen die Rede aus und zertheilte sich„in die siebenzig Sprachen der Völker. Jedes Volk
*) Josephus nennt dies ri/v
so wie er die Völker «-.-.k>7-.awa-<e und ihre meh-rere Sprachen nennt.
") Die Zahl der 70 Völker und Sprachen soll aus5 . Mos. 3 a, 8. ersonnen seyn. Meinetwegen;es war aber überhaupt die beliebte runde Zahlder Ebraer: 70 Aellesten, 70 Dollmetscher, 70Jünger, 70 Völker, 70 Engel der Völker, 70Zungen und Sprachen.
*") Was ich hier und in dem Folgenden zusammenfasse,kann man in Werken von Buxtorf) Danz,Schöttgen, Wagenseil, Eisenmenger,von den Eommentatoren des Talmud und andern,die über die Sprache, Rhetorik und Aus-legungsart der Ebraer geschrieben haben,finden. Die Stellen herzusetzen, wäre eine müh-same, vergebliche Arbeit.
--Mt:,-