34 Von der Gabe der Sprachen
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Die Bildnerin der Sprache, die Zunge,gicng auch ins Gedankenreich über. Sie ward dieMutter der Mundarten, des Ausdrucks, dermancherlei Sprachweisen. Dies Volk war vonschwerer, jenes von tiefer Zunge. Zu den Spötternwollte Gott mit andrer Zunge, mit andernLippen sprechen. Endlich, da die Sprache Kunstward, ward die ganze Grammatik auf das WortZunge gebauet. Man bczeichnete mit dem WortZunge, Ausdruck, Redart, Formel, Wort,Bedeutung; sogar das Geschlecht, die Zahl, dieZeit, die Gattung der Worte. Die Zunge desMannes, des Weibes, des Einen, des Mehreren,des Vergangenen, des Gegenwärtigen, des Zukünf-tigen;*) eine allgemeine, biblische, Lal-mudische Zunge wurden gewöhnliche Kunstaus-drücke. Mit dem Wort Zunge führen die Nabbi-nen Stellen und Rcdarten an; es erhellet aus die-ser Zunge, heißt: „aus solcher Stelle, aus sol-cher Bedeutung."
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Sonach hieße in fremden Zungen reden, infremden Sprachweisen reden. „Er sprichtin meiner Zunge, d. i. in meiner Sprach-
*) D. i. innrouliniirn , kemininuni, sinKnl»ri» ,pliirnlis, teirixoru, molli, vocrliulu, loci.S. BuxtorfS Lexicvn unter