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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Beilagen. 461

fast in aller Händen wäre, und den ich, nachunserm Zustande, würklich in aller Hände wünschte,wäre noch immer so feierlich dämmernd, so wort-reich, so unbestimmt und mcnschheitarmhiersoll der bloße Gedanke so viel Kraft haben, unsin Schauder oder in Entzücken zu setzen: dort derbloße Glaube uns in Bewegung setzen; dort blosdie Betrachtung jenes Gegenstandes uns ichweiß nicht womit? erfüllen mit diesem betäu-benden Feircn dämmert man durch: steht immeraufsteigende Blasen, aber nichts sonst kommt in dieHöhe, schlummert unter den allgemeinen WortenAufrichtigkeit, Wahrheit!" so hin

Aber, meine Freunde , denken Sie denn auch,daß ein Vortrag der Religion in einer andern Artso leicht wäre? Denken Sie nur, die Wahrhei-ten , mit denen sich die Andacht beschäftigt, zu in-dividualisircn und charakterisieren und zu beleben?für alle die Menschen und Stände und Lebensalter,die sich da versammle»? und in den Schrankeneiner so engen Methode? Und nun, daß schlechthinnicht eine Wahrheit, Pflicht, Vortrag, auf keinerStelle dem andern gleich sehe' Sie halten , wasich sage, vielleicht unmöglich; vielleicht kann Sieein andermal mein Ideal, oder noch vielmehr, einBeispiel, mit dem ich Sie bekannt machen will,überzeugen. Jetzt sehen Sie nur überhaupt diewunderbaren, langsamen Schritte aller menschlichenVerbesserung. Wie viel Zeit und Mühe hat dazugehört, nur die Wuth der Bekchrungsschwärme-reien zu schwächen. Jetzt ist man beschäftigt, nurden morgenländischen Wortunsinn zu verbannen.