Zwölf Provinzialblatter. 445
gem Ernst Paulus Alles, Tiefen und Höhen derErkenntniß und all seines vorigen Wissens unterdie lhö richte Predigt und den Gehorsamvom Kreuz Christi gefangen nahm! „Ich achte„alles für Nachtheil gegen die Vortrefflichkeit der„Erkenntniß Christi — daß ich nur Ihn gewinne„und in ihm erfunden werde! ich war bei Euch„nicht in überredenden Worten menschlicher Weis-heit , sondern in Beweis des Geistes und der„Kraft —" In allen seinen Briefen, die doch soeigentlich nur Briefe, Lokal- und Jndividualvor-trage waren, hatte er immer einen langen dogma-tischen Thcil, von nichts als Geheimniß undgroßer Anstalt Gottes, und Werk undGemeine Jesu auf Welt und Zeiten hinaus,in den er denn so ausströmte! Sinn und Herz iwkapitellange Perioden goß, und sich vor Bewunde-rung, Anbctcn, Verkündigen und Anpreisen nichtauszureden wußte. Alsdann erst seine Moral,die meist in Absicht jenes so abstechend, kurz, ein-fältig , positiv, deutlich war.
Und doch war auch Paulus kein unmittelbarerJünger und täglicher Augenzeuge Jesu gewesen!und hatte, wenn irgend Jemand, so auch Er sichdispensircn können, Alles darauf und nur daraufzu bauen. Er besaß ja auch Weisheit Ga Ma-li els und der Heiden genug, um etwa auseinem Pocken, die er auch gelesen, einen Lieblings-brief moralischen Inhalts zum Grunde seiner Reli-gion zu legen ! schrieb ja auch an aufgeklärte Römer,erleuchtete Griechen großer Städte, auch an des